Rudolf Steiner-Schule ist Umweltschule

In der Natur 
lebt alles 
durch Geben und Nehmen.

(Johann Wolfgang v. Goethe)

Die Themen Umwelt und Umweltschutz sind an der Rudolf Steiner-Schule fest verankert. Gerade durch das Fach Gartenbau lernen Schüler in der Mittelstufe frühzeitig das Zusammenspiel von Tier- und Pflanzenwelt sowie den Einfluss der Elemente auf diese kennen. In den weiterführenden Praktika der Oberstufe (Forstpraktikum, Landwirtschaftspraktikum, Alpenexkursion) werden die Zusammenhänge vertiefter erlebt, der Einfluss des Menschen auf dieses Zusammenspiel im Sinne der Nachhaltigkeit selbst gelebt. Jenseits des Gartenbaus spielt der Aspekt der Umwelt auch in anderen Fächern und deren Epochen (z.B. Bei Biologie, Geographie) eine zentrale Rolle. Optisch sichtbar zeigt sich das Bewusstsein auch durch die im Schulgebäude aufgenommenen Materialien, die Bausubstanz selbst. Auch werden gesellschaftliche Rituale, wie das Verschenken fragwürdig angebauter Rosen am Valentinstag, kritisch hinterfragt und in diesem spezifischen Fall auch schulintern abgelehnt.

All diese verankerten und gelebten Aspekte führen seit über einem Jahrzehnt dazu, dass die Schule vom bayrischen Umweltminister offiziell mit dem Titel „Umweltschule in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule“ ausgezeichnet wird. Mit dem Titel „Umweltschule in Europa“ werden seit 1994 Schulen ausgezeichnet, die Umweltschutz im Schulalltag leben und durch Projekte regelmäßig und gezielt ins Bewusstsein bringen. Im Zuge einer Profilschärfung wurde der Titel auf „Umweltschule in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule“ erweitert. Das Programm hat sich frühzeitig zum größten Umweltprogramm an deutschen Schulen etabliert und ist bis heute auch aufgrund umfassender Vernetzungen (z.B. zum Landesbund für Vogelschutz in Bayern/LBV) recht unangefochten als Marke führend. Die diesjährige Ehrung der Schule erfolgte konkret für zwei Projekte des Schuljahres 2018/19: „Insekten im Fokus: Wir schaffen Lebensräume“ und „Biodiversität: Almpflege“. Auch im laufenden Schuljahr 2019/20 wird die Schule wieder zwei Projekte tatkräftig angehen.

Um gerade den Wirkungsgrad und die Nachhaltigkeit der Projekte zu erhöhen, wird sich die Rudolf Steiner-Schule Nürnberg künftig dem Thema Umweltschutz durch eine Arbeitsgemeinschaft strukturell etablierter und inhaltlich fächerübergreifender noch bewusster widmen. Zudem wird die Kooperation mit anderen Umweltschulen und externen Partnern nachhaltig vernetzter erfolgen.

Der Titel „Umweltschule in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule“ und die damit verbundenen Projekte wirken natürlich strahlend und gesamtgesellschaftlich nach außen. Jedoch wird der Titel gerade als Verpflichtung nach innen aufgefasst: Das Thema Umweltschutz muss gerade in den Dingen des schulischen Alltags gelebt werden, so scheinbar klein und unbedeutend diese auch manchmal scheinen mögen. Es ist das tägliche Streben, es sind die intrinsischen Kräfte, es ist die Überzeugung, aus der heraus der Umweltschutz nachhaltig an der Schule gelebt wird. So kann auch bei jedem Einzelnen im Sinne Rudolf Steiners zunehmend ein „persönliches Verhältnis“ zur Natur entstehen.

Rudolf Steiner-Schule erneut „Umweltschule in Europa“

Die Rudolf Steiner Schule Nürnberg wurde zum neunten Mal in Folge „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“. Im Rahmen eines Festaktes in unserer Schule hat die Klasse 7a die Auszeichnung aus der Hand der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf entgegengenommen.

„Umweltbildung spricht Herz, Hirn und Hand an. Die Schulfamilien haben viele wegweisende Projektideen zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit erarbeitet“, sagte Staatsministerin Ulrike Scharf bei der Feier in der Rudolf Steiner-Schule.

Seit über 25 Jahren für den Umweltschutz aktiv

Die bayerische Landeskoordinatorin der „Umweltschulen in Europa“, Birgit Feldmann, betonte besonders die Bedeutung ökologischer Projekte im Lehrplan unserer Schule. Dabei verwies sie auf das bereits über ein Vierteljahrhundert währende Engagement für Umweltschutz im Rahmen eines Landschaftspflegeprojekts im oberen Altmühltal.

Größte Hecke Mittelfrankens!

Seit 1986 nämlich arbeiten jedes Jahr Schüler unserer neunten Klassen jeweils für eine Woche an der Aufforstung bzw. Wiederaufforstung von Wiesen mit standortgemäßen Laubgehölzen, legen Obstwiesen an, mähen, hegen und pflegen. So entstand etwa mit der Pflanzung einer 500 Meter langen sechsreihigen Hecke mit 3.000 Pflanzen 1986 die größte Hecke Mittelfrankens. „Neben dem ökologischen Nutzen ist auch der pädagogische Wert des Praktikums deutlich erkennbar“, betont Gartenbaulehrer Werner Neudorfer. Viele Kinder berichteten begeistert von ihrem Projekt und manche fahren am Wochenende mit ihren Eltern an den Praktikumsort, um ihnen „ihre Hecken und Bäume“ zu zeigen.

„Gartenbau“ als Schulfach

Neben den Praktika werden alle Schüler im Laufe ihrer Schulzeit im Fach „Gartenbau“ unterrichtet. Dafür steht ein eigener Schulgarten zur Verfügung. Dort lernen die Schüler ganz konkret den Umgang mit Kräuter- und Gemüsepflanzen – in Theorie und Praxis.   

UNESCO-Projektschule

Zahlreiche Projekte der Schüler haben sich zu Vorzeigebiotopen entwickelt, so Neudorfer, man arbeitet dabei sowohl mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken zusammen als auch mit Naturschutzverbänden, ökologischen Regionalinitiativen, Kommunen, Biobauern und Schäfern. Gründe genug, sich in den 1990er Jahren als UNESCO-Projektschule zu bewerben – und jetzt erneut als Umweltschule in Europa ausgezeichnet zu werden.

„Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“ ist eine Ausschreibung der Europäischen Umweltbildungsstiftung, wird für ein Jahr verlieren und vom Bayerischen Umweltministerium gefördert. Neben der Rudolf Steiner-Schule Nürnberg sind weitere 82 Schulen aus Mittelfranken und der Oberpfalz für ihr Engagement ausgezeichnet worden.

Nach oben scrollen