Am 29. September feiern wir Michaeli. Die Tage werden kürzer, und nach der üppigen Fülle des Sommers ziehen sich die Lebenskräfte der Natur langsam in die Erde zurück. Der Herbst hält Einzug, die Ernte ist eingebracht. Michaeli ist das erste in einer Reihe von Festen, die uns durch die dunkler werdende Jahreszeit bis hin zu Weihnachten begleiten.
In der Waldorfschule prägen die Geschichten vom Erzengel Michael und vom heiligen Georg, der den Drachen besiegt, diese Zeit. Es geht um Mut, um innere Stärke und darum, im Gleichgewicht zu bleiben, auch wenn der Boden unter den Füßen schmal wird.

Genau das durften die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen in diesem Jahr ganz wörtlich erleben. In unserer Sporthalle wartete der „Hohe Schwebebalken“: hoch aufgebaut auf gestapelten Kästen, gut gesichert mit dicken Matten, geschmückt mit leuchtenden Sonnenblumen und einem Kürbis als herbstlichem Gruß, den es zu übersteigen galt.
Eines nach dem anderen stiegen die Kinder hinauf und setzten konzentriert einen Fuß vor den anderen, mal mit ausgestreckten Armen, mal mit der helfenden Stange der Sportlehrer an ihrer Seite. Die ganze Klassengemeinschaft schaute gebannt zu und fieberte mit.


Schritt für Schritt über den Balken, während alle gebannt zuschauen
Umrahmt wurde die Feier von Musik: Kinder spielten auf ihren Flöten, begleitet von der Gitarre, und gemeinsam erklangen die Michaelilieder durch die Halle.

Ein besonderer Anlass war das Fest auch deshalb, weil die alten Wasch- und Duschräume in Sonnengelb, kräftigem Orange und frischem Türkis strahlen. So begleiten die Farben des Herbstes die Kinder künftig auch nach jeder Sportstunde.



In neuen Farben: Waschraum, Dusche und WC nach der Renovierung
Ein herzlicher Dank an alle, die dieses Fest vorbereitet und mit Mut, Herz und Leuchtkraft gestaltet haben!