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Mittwoch, 17. Januar 2018

Der tägliche Ablauf


Die Wiegestube schafft Raum für Spiel, Entdeckungen, Entfaltungen, Begegnungen und Vertrauen. Die für das kleine Kind gestalteten Räume, ein rhythmisch-gestalteter Tagesablauf, eine altersentsprechende Ernährung und intensive Pflege des Kindes sind Bestandteile der Pädagogik.


Das Leben in der Wiegestube ist von einem immer wiederkehrenden Rhythmus geprägt. Die den kleinen Kindern entsprechenden kurzen Rhythmen und Wiederholungen geben ihnen innere Ruhe und Sicherheit und fördern die gesunde leibliche und seelische Entwicklung. Durch Rhythmus werden die Lebensprozesse stabilisiert, gekräftigt und vitalisiert.

 

Ausdruck findet dies im täglich wiederkehrenden Ablauf von Freispielzeit, gemeinsamem Frühstück, Morgenkreis, Erleben der Natur bei jedem Wetter im Garten, gemeinsamem Mittagessen und anschließender Schlafruhe.

 

Die intensive Pflege des Kindes ist in diesem Lebensalter von elementarer Bedeutung und hat deshalb einen wichtigen Platz im Tagesablauf. Wir nehmen uns Zeit beim Wickeln und Ankleiden, unterstützen die Kinder auf das Töpfchen oder die Toilette zu gehen und lassen sie von einander lernen. Dabei  begegnen wir den Kindern mit Achtung und unterstützen ihre Eigenständigkeit.

 

 

Feste Rituale, z. B. zum Beginn des Frühstücks oder des Morgenkreises oder zum Beenden der Freispielzeit geben den Kindern Orientierung und Halt. Sie sind begleitet von Liedern und Sprüchen, die die Kinder ansprechen und das musikalische Verständnis und die Sprachentwicklung fördern.

Vorbild und Nachahmung

Die kleinen Kinder beschäftigen sich mit dem, was sie anregt und was sie in ihrer Lebenswelt erfahren. Deshalb legen wir Wert darauf, dass das Leben in der Wiegestube vielfältig an natürlichen und menschlich-sinnvollen Handlungen und Begebenheiten ist. Dazu gehört, dass die täglich notwendigen Arbeitsabläufe z.B. die Zubereitung des Frühstücks, das Tischdecken oder das Aufräumen durchschaubar und nachvollziehbar gestaltet sind und mit Freude ausgeübt werden. So entstehen für die Kinder nachahmenswerte Situationen, die das freie Spiel anregen und fördern.

 

Das Freispiel

Kinder wollen sich frei entwickeln. Wir gestalten die Umgebung der Kinder, damit freies, kreatives und fantasievolles Spiel, Naturerlebnisse und –erfahrungen möglich werden. Die Kinder haben den Freiraum spontan ins Spiel zu kommen oder den Bewegungsdrang auszuleben, spüren aber auch Hülle und Geborgenheit.


Unsere freilassenden Spielsachen aus Naturmaterialien regen in ihrer Vielgestaltigkeit die Kreativität und die Sinne an und ermöglichen den Kindern, ihre Lebenswelt im Spiel, im Ausprobieren und Nachahmen auszuleben.

Die Bewegungsentwicklung spielt in diesem Lebensalter eine herausragende Rolle. Durch entsprechende Materialien (u.a. von Pikler) und genügend Raum für den Bewegungsdrang wird eine positive Entwicklung, den eigenen Körper zu erleben und Selbstvertrauen zu gewinnen, unterstützt.

 

Wir legen besonderes Augenmerk darauf


Die Eigenständigkeit zu fördern nach dem Motto  „Laß es mich selbst zu tun“ (zit. n. Emmi Pikler) und dafür genügend Zeit zu lassen. Naturerlebnisse und Erfahrungen zu ermöglichen, Licht und frische Luft, Wasser, Erde, Sand, Steine, Pflanzen, Hölzer, Schnee usw. mit allen Sinnen zu begreifen und zu erfassen.

 

Sinnespflege und Sinneskultur in Raum, Form, Farbe, Licht, Schönheit und Struktur, Qualität und Harmonie in der Überschaubarkeit erleben zu lassen. Sprachentwicklung anzuregen und zu fördern durch Schoßreiterchen, kleine Fingerspiele, Körperlernspiele und das Tun begleitende Sprüche und Lieder. Leibespflege und Sauberkeitspflege betrachten wir als eine Persönlichkeitspflege.

 

Da das Kind im ersten Lebensjahrsiebt seine Umwelt allein durch tätiges Miterleben ergreifen und begreifen lernt, setzen wir in unserer Wiegestube keine Medien wie z.B. Hörspiele, Märchen oder Lieder von CD`s etc. ein Wir sind darum bemüht, den Kindern eine häusliche, harmonische Umgebung zu schaffen, denn lebendiges menschliches Miteinander ist keinesfalls durch Technik zu ersetzen.